Spannende Lehrstunde der ORF-Korrespondentin Dr. Mathilde Schwabeneder am BRG Wallererstraße


ORF - Rom - Korrespondentin Dr. Mathilde Schwabeneder beeindruckte rund 120 Schülerinnen, Schüler und das Lehrerkollegium in der randvoll gefüllten Aulaklasse des BRG Wels Wallererstraße, wo sie das gemeinsam mit ORF- Kollegen Karim El-Gawhary verfasste Buch " Auf der Flucht" vorstellte. Durch die Erzählung von Einzelschicksalen gab sie den Hunderttausenden Flüchtlingen ein Gesicht. Die gebürtige Welserin schilderte die untragbaren Zustände auf den großteils hochseeuntauglichen Schlepperbooten und kriminellen Machenschaften der Schleppermafia. Flüchtlinge kommen seit Jahrzehnten über das Mittelmeer nach Italien, doch erst jetzt, wo Flüchtlinge auch in Mitteleuropa sichtbar sind, beginnt man in Europa zu reagieren.: "Die Genfer Flüchtlingskonvention verpflichtet uns zu helfen", so Schwabeneder, denn ihre groß angelegten Recherchen haben ergeben, dass fast alle Flüchtlinge auch schutzbedürftig sind und ihre Flucht die einzige Möglichkeit ist, deren Leben zu retten. Auf Fragen der Schülerinnen und Schüler, ob nicht auch IS- Kämpfer bzw. Wirtschaftsflüchtlinge unter den Flüchtlingen seien, betonte Schwabeneder, dass IS-Kämpfer sich kaum der tödlichen Gefahr (heuer starben schon mehr als 3100 Menschen im Mittelmeer) aussetzen würden und andere Möglichkeiten hätten bzw. eher Europäer als Kämpfer in der umgekehrten Richtung unterwegs seien. Und sämtliche Experten (Grenzpolizei, Frontex, UNHCR, Rotes Kreuz etc.) sprechen davon, dass die derzeitigen Flüchtlingsströme durch Krieg und Verfolgung bedingt sind. Aber auch ihre übrigen Bücher ("Papst Franziskus: Vom Einwandererkind zum Papst" bzw. "Die Stunde der Patinnen") waren Inhalt von Fragen der Schüler an die fließend Spanisch-,Italienisch-, Französisch- und Englisch- sprechenden Journalistin. Besonders die Recherchen zum Buch über Frauen an der Spitze der Mafia- Clans waren nicht ungefährlich, "besonders, wenn man weiß, dass es auch Mitglieder in Österreich gibt". Dass Dr. Schwabenender viel Mut hat, hat sie auch bei mehreren Aufenthalten in Afrika (z.B.: im Südsudan zur Zeit des Bürgerkrieges) schon unter Beweis gestellt. Immer wieder war ihre Botschaft über die Bedeutung der Menschlichkeit, der Weltoffenheit ("Flüchtlinge bieten unserer Gesellschaft auch viele Chancen") und der Aufgabe, gerade in Österreich, einem der zehn reichsten Ländern der Erde, Menschen helfen zu müssen, die unsere Hilfe brauchen, zu spüren. Das Honorar spendete Frau Schwabeneder dem Solidaritätsfonds der Schule, dessen Inhalt hauptsächlich der Flüchtlingshilfe zu Gute kommt. Übrigens: dieses Schuljahr betreut ein Lehrer- und Schülerteam der Wallererstraße einige unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus Afghanistan und Syrien, die am Unterricht teilnehmen und in den Klassen schon gut integriert sind.

Hannes Müller